Katalog 2 - Licht als Form Figurativ

Saeid Mojavari 1996 bis 2016

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  • Giovanni Verardi (Mittwoch, 03. Juni 2015 14:51)

    Das Auffälligste an der Linienführung des Künstlers besteht in der Verflechtung von Linien, die vom Licht erschüttert, geschaffen und geformt werden. Der Strich ist kräftig, entschlossen sowie auf
    rationale Weise ungeordnet und erzielt unregelmäßige Geometrien und gebündelte Linien. Vom Licht erschaffene Schatten, das ist Mojavaris Oxymoron. Bei einer Analyse der Arbeiten des Künstlers hat man
    das Gefühl, die wichtigsten Etappen der modernen Kunstgeschichte zurückzulegen. In Bezug auf einige Details könnten seine stilistischen Einflüsse als post-kubistisch umschrieben werden, auch wenn es
    nicht möglich ist, seine Arbeit exakt einer bestimmten künstlerischen Bewegung zuzuschreiben. Häufig stellt der Künstler menschliche Figuren mit gelassenem, aber mysteriösem Charakter und
    metaphysischen Zügen dar.
    Mojavari bildet die Realität nicht ab, wie sie ist, vielmehr deutet er sie auf seine eigene intime Weise, und weicht dabei von der wahrheitsgetreuen Darstellung der Menschen und ihrer
    Wechselwirkungen ab.
    Der gewollt unvollkommene und schwere Farbauftrag verleiht seinen Bildern einen starken und auf einzigartige Weise unwiederholbaren Charakter. Die Frau ist die Protagonistin seines Werks - liegende,
    sinnliche, weiche, schlafende und träumende Frauen. Der Ausdruck dieser Frauen ist eine Reise ins Innere der menschlichen Psyche. Mojavari hat die Frau gewählt, aber warum?
    Erhabene und distanzierte Frauen, mit einem engelsgleichen, jedoch nur leicht angedeuteten Lächeln. Mojavaris Frau ist eine denkende Frau und ein auf natürliche Art unvollkommenes Wesen.
    Die Farben sind warm und tief, und die vom Licht geformten Gesichter zeigen ein stets vieldeutiges psychologisches Profil.
    Für Mojavari ist es die Gewundenheit der Linien und Formen, die seine Sicht der Welt, der Menschen und insbesondere der Frau erzählt. Die reine und undurchdringliche Frau, die das Mysterium
    des Lebens in sich birgt. Hoffnung und innerer Friede ruhen in der Seele dieser Frauen.
    Der Künstler schafft kein Ebenbild, vielmehr erzählt er dessen Projektion, eine Momentaufnahme, vor einem kaleidoskopischen Spiegel.

    Giovanni Verardi

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